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Stromfresser finden: Welche Geräte dich heimlich Geld kosten

So findest du die Stromfresser im Haushalt: Verbrauch einzelner Geräte mit smarten Steckdosen messen, typische Verdächtige erkennen und gezielt gegensteuern.

Ein Kunde zeigte mir neulich seine Stromrechnung und fragte: „Wo geht das alles hin? Wir sind doch tagsüber gar nicht da.” Zwei Wochen später hatten wir die Antwort schwarz auf weiß: eine fünfzehn Jahre alte Gefriertruhe im Keller und eine Fernseher-Ecke, die auch nachts fleißig weiterlief. Das Schöne an diesem Thema: Man muss nicht raten. Mit einer Messsteckdose findest du in wenigen Tagen heraus, welche Geräte wirklich Geld kosten, und kannst dann gezielt entscheiden.

Schnell-Überblick
  • Nicht raten, messen: Eine Messsteckdose zwischen Gerät und Wand zeigt den echten Verbrauch
  • Die üblichen Verdächtigen: alte Kühl- und Gefriergeräte, Trockner, Heizlüfter und die Standby-Ecke
  • Smarte Steckdosen mit Messfunktion zeigen den Verlauf in der App und können gleich abschalten
  • Bei Kühlgeräten mindestens eine Woche messen, sonst täuschen die Ein-Aus-Zyklen
  • Aus dem Messwert wird mit deinem Strompreis eine ehrliche Jahresrechnung

Die üblichen Verdächtigen

Nach vielen Messungen bei Kunden tauchen immer wieder dieselben Kandidaten auf:

  • Alte Kühl- und Gefriergeräte, besonders das Zweitgerät im Keller. Je älter, desto durstiger, und sie laufen rund um die Uhr.
  • Wäschetrockner und Waschmaschine, vor allem ältere Modelle ohne Wärmepumpe.
  • Heizlüfter und mobile Klimageräte, die „nur kurz” laufen sollten und dann doch Dauergäste werden.
  • Aquarium, Terrarium und Teichpumpe, denn Heizung plus Pumpe plus Licht läuft 24 Stunden am Tag.
  • Die Fernseher-Ecke: TV, Receiver, Konsole, Soundbar und Router-Zubehör ziehen im Standby einzeln nur wenig, in Summe und über das Jahr aber spürbar.
  • Alte Umwälz- und Zirkulationspumpen der Heizung, die ungeregelt durchlaufen.

Und ein Freispruch vorweg: Handy-Ladegeräte, die ohne Handy in der Steckdose stecken, sind entgegen ihrem Ruf fast bedeutungslos. Moderne Netzteile ziehen leer praktisch nichts.

Womit du misst

Zwei Wege führen zum Ziel, klapp auf, was dich interessiert.

Das einfache Strommessgerät

Ein Zwischenstecker mit Display aus dem Baumarkt. Du steckst ihn zwischen Gerät und Steckdose und liest den Verbrauch direkt ab. Günstig und völlig ausreichend, wenn du nur ein, zwei Geräte prüfen willst. Der Nachteil: Du musst zum Ablesen hingehen, und einen Verlauf über die Zeit gibt es nicht.

Die smarte Steckdose mit Messfunktion

Sieht genauso aus, funkt aber ins WLAN. In der App siehst du den Verbrauch live und als Verlauf über Tage und Wochen, vom Sofa aus und auch für die Truhe im Keller. Der zweite Vorteil: Dieselbe Steckdose kann das Gerät später automatisch schalten, zum Beispiel die Fernseher-Ecke nachts komplett vom Netz nehmen. Bewährt haben sich bei mir unter anderem die Steckdosen von Shelly.

So findest du deine Stromfresser: Schritt für Schritt

  1. Verdächtige auflistenGeh durch die Wohnung und notiere alles, was alt ist, dauerhaft läuft oder im Rudel an einer Steckerleiste hängt. Die Liste oben ist dein Spickzettel.
  2. Messsteckdose zwischensteckenNimm dir ein Gerät nach dem anderen vor. Bei Steckerleisten miss ruhig die ganze Leiste auf einmal, das zeigt dir, was die Ecke insgesamt kostet.
  3. Lang genug messenBei Kühl- und Gefriergeräten mindestens eine Woche, denn sie schalten sich in Zyklen ein und aus, ein einzelner Tag täuscht. Bei Trockner und Waschmaschine reicht es, ein paar typische Durchläufe zu erfassen.
  4. Aufs Jahr hochrechnenWochenverbrauch in Kilowattstunden mal 52, dann mal deinen Strompreis pro Kilowattstunde von deiner Abrechnung. Schon hast du für jedes Gerät eine ehrliche Zahl in Euro pro Jahr.
  5. EntscheidenJetzt hast du Fakten: austauschen, per Zeitplan schalten oder einfach bewusster nutzen. Oft reichen zwei, drei gezielte Maßnahmen für den Großteil der Ersparnis.
Mein Tipp aus der Praxis

Die Fernseher-Ecke ist der dankbarste Kandidat für eine smarte Steckdose mit Zeitplan: nachts automatisch komplett vom Netz, morgens wieder an. Das spart ohne jeden Komfortverlust, denn um 3 Uhr braucht niemand den Receiver im Standby.

Vorsicht

Kühlschrank und Gefriertruhe niemals an eine schaltende Zeitsteuerung hängen, die gehören dauerhaft ans Netz. Und für Geräte mit hoher Dauerlast wie Heizlüfter nur Steckdosen verwenden, die laut Hersteller für diese Leistung ausgelegt sind.

Häufige Fragen

Wie lange muss ich messen?

Als Faustregel: Geräte mit gleichmäßigem Verbrauch ein bis zwei Tage, Geräte mit Zyklen wie Kühlschrank und Truhe mindestens eine Woche, Geräte mit einzelnen Durchläufen wie Trockner einfach über ein paar Nutzungen.

Wie viel macht Standby wirklich aus?

Ein einzelnes modernes Gerät zieht im Standby nur wenige Watt. Relevant wird es durch die Summe: Wenn in der TV-Ecke fünf Geräte rund um die Uhr bereitstehen, kommt über das Jahr ein spürbarer Betrag zusammen. Genau deshalb lohnt die Messung der ganzen Leiste.

Verbrauchen smarte Steckdosen nicht selbst Strom?

Ja, aber sehr wenig, typisch unter einem Watt. Wenn die Steckdose dafür ein Rudel Standby-Geräte nachts vom Netz nimmt, ist die Bilanz klar positiv.

Lohnt es sich, die alte Gefriertruhe auszutauschen?

Das beantwortet deine Messung besser als jede Pauschale: Rechne den gemessenen Jahresverbrauch in Euro aus und vergleiche ihn mit dem Verbrauchswert eines neuen Geräts auf dem Energielabel. Bei sehr alten Truhen fällt die Antwort oft deutlich aus.

Was ist mit fest angeschlossenen Geräten wie Herd oder Durchlauferhitzer?

Die laufen nicht über eine Steckdose, da hilft der Zwischenstecker nicht. Für solche Fälle gibt es Messgeräte für den Sicherungskasten, deren Einbau gehört aber in die Hände eines Elektrikers.

Mein Fazit

Stromfresser findet man nicht durch Grübeln, sondern durch Messen. Eine Messsteckdose, zwei Wochen Geduld und eine einfache Rechnung machen aus dem diffusen Gefühl „unsere Rechnung ist zu hoch” eine klare Liste mit Zahlen. Und mit smarten Steckdosen wird aus dem Messwerkzeug gleich die Lösung: automatische Zeitpläne für alles, was nachts nicht bereitstehen muss.

Zusammengefasst

Messen statt raten, dann gezielt gegensteuern

  • Messsteckdose zwischenstecken und den echten Verbrauch erfassen
  • Kühlgeräte eine Woche messen, Steckerleisten als Ganzes prüfen
  • Jahresverbrauch mit dem eigenen Strompreis in Euro umrechnen
  • Standby-Ecken per smarter Steckdose nachts automatisch trennen
  • Kühlgeräte nie an Zeitschaltungen, Dauerlast nur an dafür ausgelegte Steckdosen

Unabhängige Tipps zum Strom sparen findest du bei der Verbraucherzentrale.

Soll ich das bei dir umsetzen?

Wenn du das Messen und Automatisieren nicht allein angehen willst, helfe ich gern:

  • Shelly: Smart Home nachrüsten: Messsteckdosen und Verbrauchsmessung einrichten, inklusive der Zeitpläne, die wirklich sparen.
  • Smart Home: Wenn aus der ersten Steckdose ein durchdachtes Zuhause werden soll, von der Heizung bis zum Licht.
  • Carepack: Damit Automationen und Updates dauerhaft laufen, statt nach ein paar Monaten einzuschlafen.

Wie fit dein Setup insgesamt ist, zeigt dir der IT-Check in ein paar Minuten.

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