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Kindersicherung für Android: So richtest du Google Family Link ein

Google Family Link Schritt für Schritt einrichten: Bildschirmzeit, App-Freigaben und Inhaltsfilter fürs Android-Handy deines Kindes, verständlich erklärt.

„Unsere Tochter bekommt zum Geburtstag ihr erstes Handy. Was müssen wir da einstellen?” Diese Frage höre ich von Eltern öfter als jede andere. Die gute Nachricht: Für Android-Handys gibt es ein kostenloses Werkzeug, das genau dafür gebaut ist. Es heißt Google Family Link. Du brauchst dafür kein Technik-Wissen, nur einen ruhigen Abend. In dieser Anleitung gehen wir alles gemeinsam durch: erst die Einrichtung auf deinem Handy, dann auf dem Handy deines Kindes.

Schnell-Überblick
  • Google Family Link ist die kostenlose Kindersicherung für Android, direkt von Google
  • Du steuerst alles von deinem eigenen Handy aus, auch wenn du selbst ein iPhone hast
  • Die Einrichtung hat zwei Teile: erst dein Handy, dann das Handy deines Kindes
  • Dein Kind sieht, was verwaltet wird. Das ist Begleitung, keine heimliche Überwachung
  • Die besten Einstellungen wirken nur zusammen mit klaren Absprachen

Family Link ist eine App von Google für Eltern. Sie verbindet dein Handy mit dem Handy deines Kindes. Danach entscheidest du von deinem Handy aus, wie lange das Kinder-Handy am Tag benutzt werden darf, welche Apps installiert werden und was dein Kind im Internet zu sehen bekommt. Alles Wichtige landet als Anfrage bei dir, zum Beispiel wenn dein Kind eine neue App laden möchte.

Klapp einfach die Punkte auf, die dich interessieren. Jede Funktion ist in zwei Sätzen erklärt.

Bildschirmzeit begrenzen

Du legst fest, wie lange das Handy am Tag insgesamt benutzt werden darf, zum Beispiel zwei Stunden. Ist die Zeit um, sperrt sich das Handy von selbst. Anrufe an dich funktionieren weiterhin.

Schlafenszeit festlegen

Du bestimmst eine Uhrzeit, ab der das Handy abends gesperrt ist, zum Beispiel ab 20 Uhr. Morgens schaltet es sich zur eingestellten Zeit wieder frei.

Apps genehmigen oder blockieren

Möchte dein Kind eine App aus dem Play Store laden, bekommst du eine Anfrage auf dein Handy und tippst auf Ja oder Nein. Schon installierte Apps kannst du jederzeit blockieren oder mit einem eigenen Zeitlimit versehen, etwa 30 Minuten YouTube am Tag.

Käufe verhindern

Kostenpflichtige Apps und Käufe innerhalb von Spielen laufen nur mit deiner Zustimmung. Böse Überraschungen auf der Rechnung sind damit ausgeschlossen.

Internet-Inhalte filtern

Die Google-Suche blendet mit dem Filter SafeSearch nicht jugendfreie Ergebnisse aus. Für YouTube wählst du eine altersgerechte Variante, und im Browser kannst du festlegen, welche Webseiten erlaubt sind.

Handy orten und sperren

Du siehst auf einer Karte, wo sich das Handy deines Kindes gerade befindet. Bei Bedarf kannst du es klingeln lassen oder aus der Ferne sperren, etwa wenn es verloren gegangen ist.

Teil 1: Einrichtung auf deinem Handy

Fang bei dir an, das dauert nur ein paar Minuten. Es funktioniert mit einem Android-Handy genauso wie mit einem iPhone.

  1. Die App ladenÖffne den Play Store (Android) oder den App Store (iPhone) und installiere die kostenlose App „Google Family Link".
  2. Mit deinem Google-Konto anmeldenNimm das Google-Konto, das du sowieso schon nutzt, zum Beispiel für Gmail oder den Play Store. Falls du noch keins hast, führt dich die App durch die Erstellung.
  3. Ein Konto für dein Kind erstellenTippe in der App auf das Plus-Zeichen und wähle, dass du ein Konto für dein Kind erstellen möchtest. Die App fragt Name, Geburtsdatum und eine Wunsch-E-Mail-Adresse ab. Gib das echte Geburtsdatum an: Bei Kindern unter 16 wird das Konto dann automatisch von dir verwaltet, genau das wollen wir. Hat dein Kind schon ein Google-Konto, kannst du stattdessen dieses in die Aufsicht holen.
  4. Als Elternteil bestätigenZum Schluss bestätigst du mit deinem Passwort, dass du einverstanden bist. Damit ist dein Teil fertig, und das neue Kinderkonto liegt bereit.

Teil 2: Einrichtung auf dem Handy deines Kindes

Jetzt kommt das Kinder-Handy dran. Am einfachsten ist es bei einem neuen Handy, das zum ersten Mal eingeschaltet wird. Bei einem gebrauchten Handy gehst du in die Einstellungen und fügst dort das Konto hinzu, der Ablauf ist danach derselbe.

  1. Mit dem Kinderkonto anmeldenMelde auf dem Kinder-Handy das eben erstellte Konto deines Kindes an, also die neue E-Mail-Adresse mit dem zugehörigen Passwort.
  2. Die Aufsicht bestätigenDas Handy erkennt, dass es sich um ein Kinderkonto handelt, und bittet um deine Zustimmung. Du bestätigst mit deinem eigenen Google-Passwort direkt auf dem Kinder-Handy. Halte dein Handy trotzdem bereit, manchmal wird dort zusätzlich ein Code angezeigt.
  3. Dem Gerät einen Namen gebenZum Abschluss bekommt das Handy einen Namen, zum Beispiel „Emmas Handy", und du siehst eine Liste der vorhandenen Apps, die du gleich erlauben oder blockieren kannst.
  4. Kurz testenLass dein Kind zur Probe eine App anfragen und genehmige sie von deinem Handy aus. Wenn das klappt, ist alles richtig verbunden.

Die drei wichtigsten Einstellungen danach

Direkt nach der Einrichtung würde ich diese drei Dinge festlegen, alles in der Family-Link-App auf deinem Handy:

  1. Tageslimit und Schlafenszeit, passend zum Alter und euren Familienregeln.
  2. Genehmigung für alle Downloads und Käufe, damit nichts ohne dich aufs Handy kommt.
  3. SafeSearch und die passende YouTube-Variante, für Jüngere ist das YouTube Kids.
Mein Tipp aus der Praxis

Richte alles zusammen mit deinem Kind ein, nicht heimlich. Erklärt gemeinsam, welche Regeln gelten und warum. Ein Kind, das die Leitplanken versteht, akzeptiert sie viel eher, als wenn es sie zufällig entdeckt.

Vorsicht

Finger weg von sogenannten Spionage-Apps, die heimlich Nachrichten mitlesen. Das zerstört Vertrauen, ist rechtlich heikel und oft selbst ein Sicherheitsrisiko. Family Link zeigt deinem Kind offen an, was verwaltet wird, und genau so soll es sein.

Ein ehrlicher Hinweis: Kein Filter ist perfekt, besonders in sozialen Netzwerken und Messengern können unpassende Inhalte durchrutschen. Family Link ist ein Sicherheitsnetz, kein Ersatz für Interesse an dem, was dein Kind online erlebt. Wie du über die Technik hinaus mit deinem Kind über Risiken im Netz sprichst, habe ich in einem eigenen Artikel zusammengefasst: Kinder sicher im Netz: 5 Schritte gegen Cyber-Risiken.

Häufige Fragen

Braucht mein Kind ein eigenes Google-Konto?

Ja, daran hängt die ganze Verwaltung. Das Konto erstellst du aber direkt bei der Einrichtung in wenigen Minuten, das ist Schritt 3 in Teil 1. Hat dein Kind schon ein Google-Konto, zum Beispiel vom Tablet, kannst du auch dieses in die Aufsicht holen, ein neues ist nicht zwingend nötig.

Kostet Google Family Link etwas?

Nein, Family Link ist komplett kostenlos. Du brauchst weder ein Abo noch Zusatz-Apps, nur Google-Konten für dich und dein Kind.

Sieht mein Kind, welche Einstellungen ich vornehme?

Ja. Family Link zeigt auf dem Kinder-Handy offen an, dass das Konto verwaltet wird und welche Regeln gelten. Das ist Absicht: Es geht um Begleitung mit klaren Regeln, nicht um heimliche Kontrolle.

Kann mein Kind die Kindersicherung umgehen?

Einfach ist das nicht. Die Einstellungen sind mit deinem Eltern-Zugang geschützt, und auffällige Aktionen wie das Zurücksetzen des Geräts bleiben nicht unbemerkt. Hundertprozentig ist keine Technik. Wenn dein Kind viel Energie ins Umgehen steckt, ist das vor allem ein Anlass für ein Gespräch über die Regeln.

Funktioniert Family Link auch, wenn ich ein iPhone habe?

Ja. Die Eltern-App gibt es auch fürs iPhone, du steuerst das Android-Handy deines Kindes damit genauso. Umgekehrt gilt das nicht: Hat dein Kind selbst ein iPhone, ist die Apple-Bildschirmzeit das richtige Werkzeug statt Family Link.

Bis zu welchem Alter funktioniert die Verwaltung?

Bei Kindern unter 16 Jahren gehört die elterliche Verwaltung in Deutschland verpflichtend zum Google-Konto dazu. Ab dem 16. Geburtstag kann dein Kind die Aufsicht beenden, du bekommst in dem Fall eine Benachrichtigung.

Mein Fazit

Google Family Link ist für Familien mit Android-Handys die klare Empfehlung: kostenlos, offiziell und mit allem, was am Anfang wirklich zählt. Ein Abend für die Einrichtung, erst auf deinem Handy, dann auf dem Kinder-Handy, danach laufen Bildschirmzeit, App-Freigaben und Filter im Hintergrund. Der wichtigste Teil bleibt trotzdem analog: mit dem Kind reden, Regeln gemeinsam festlegen und die Einstellungen mitwachsen lassen.

Zusammengefasst

Ein Abend Einrichtung, danach begleitet die Technik mit

  • Family Link ist die kostenlose, offizielle Kindersicherung für Android
  • Erst auf deinem Handy einrichten, dann das Kinder-Handy verbinden
  • Danach die drei Basics: Tageslimit, Download-Genehmigung, Inhaltsfilter
  • Gemeinsam einrichten und Regeln erklären, nicht heimlich kontrollieren
  • Filter sind ein Sicherheitsnetz, Gespräche bleiben der wichtigste Schutz

Ausführliche Hintergründe findest du in der Google-Hilfe zu Family Link und in der heise-Anleitung zur Android-Kindersicherung.

Soll ich das bei euch einrichten?

Wenn ihr die Einrichtung nicht allein machen wollt oder das Setup zuhause größer ist als ein einzelnes Handy, helfe ich gern:

  • Tracking-Schutz für Familien: Werbung und Tracker für alle Geräte im Heimnetz filtern, direkt am Router, ohne App auf jedem Gerät.
  • Mac & iPhone Hilfe: Die Apple-Bildschirmzeit fürs iPhone oder iPad deines Kindes sauber einrichten, als Gegenstück zu Family Link.
  • WLAN-Ausleuchtung: Damit das Kinderzimmer stabiles WLAN hat und niemand aus Frust auf mobile Daten ausweicht.

Wie sicher euer Setup insgesamt ist, zeigt dir der IT-Check in ein paar Minuten.

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