Vor Kurzem habe ich erklärt, wie du das Android-Handy deines Kindes mit Google Family Link absicherst. Die häufigste Rückfrage kam prompt: „Und was mache ich beim iPhone?” Gute Nachricht: Apple hat die Kindersicherung direkt eingebaut. Sie heißt Bildschirmzeit, kostet nichts und lässt sich über die Familienfreigabe bequem von deinem eigenen iPhone aus steuern. Auch hier gilt: kein Technik-Wissen nötig, nur ein ruhiger Abend.
- Die Bildschirmzeit ist Apples eingebaute Kindersicherung, kostenlos und ohne Zusatz-App
- Über die Familienfreigabe steuerst du alles von deinem eigenen iPhone aus
- Die Einrichtung hat zwei Teile: erst dein iPhone, dann das Gerät deines Kindes
- Auszeit, App-Limits, Inhaltsfilter und Kaufanfragen sind die wichtigsten Bausteine
- Wie immer gilt: Technik ist das Sicherheitsnetz, Gespräche bleiben der wichtigste Schutz
Was ist die Bildschirmzeit?
Die Bildschirmzeit steckt in jedem iPhone und iPad, du findest sie in den Einstellungen. Für dich allein zeigt sie nur, wie viel Zeit du in welchen Apps verbringst. Richtig stark wird sie in Kombination mit der Familienfreigabe: Dann verwaltest du die Bildschirmzeit deines Kindes von deinem eigenen Gerät aus, genehmigst Käufe und legst fest, welche Inhalte altersgerecht sind. Anfragen deines Kindes landen als Mitteilung bei dir, du tippst auf Erlauben oder Ablehnen.
Was kann die Bildschirmzeit? Die wichtigsten Funktionen
Klapp die Punkte auf, die dich interessieren. Jede Funktion in zwei, drei einfachen Sätzen.
Auszeit: feste Ruhezeiten fürs Gerät
Du legst fest, ab wann das iPhone abends gesperrt ist, zum Beispiel ab 20 Uhr, und wann es morgens wieder freigegeben wird. Anrufe bei dir und Apps, die du ausdrücklich erlaubst, funktionieren auch während der Auszeit.
App-Limits: Zeitbudget für einzelne Apps
Für einzelne Apps oder ganze Kategorien wie Spiele oder Social Media legst du ein Tagesbudget fest, etwa 30 Minuten. Ist die Zeit um, sperrt sich die App. Dein Kind kann per Knopfdruck mehr Zeit anfragen, und du entscheidest.
Inhaltsbeschränkungen: altersgerechte Filter
Du legst fest, ab welcher Altersfreigabe Apps, Filme und Musik erlaubt sind, und aktivierst den Web-Filter, der nicht jugendfreie Seiten in Safari blockiert. Beides orientiert sich am Alter deines Kindes.
Kaufanfragen: nichts kaufen ohne dich
Lädt dein Kind eine App oder möchte etwas im Spiel kaufen, bekommst du eine Anfrage auf dein iPhone. Erst wenn du zustimmst, geht der Download oder Kauf durch. Das gilt auch für kostenlose Apps, wenn du es so einstellst.
Kommunikationslimits: wer erreichbar ist
Du kannst festlegen, mit wem dein Kind über Telefon, FaceTime und Nachrichten Kontakt haben darf, zum Beispiel nur mit gespeicherten Kontakten. Für die Auszeit lassen sich eigene, strengere Regeln setzen.
Immer erlauben: die Ausnahmen-Liste
Bestimmte Apps sollen immer funktionieren, auch wenn das Limit erreicht ist, zum Beispiel Telefon, Karten oder die Schul-App. Diese Ausnahmen pflegst du in einer eigenen Liste.
Teil 1: Einrichtung auf deinem iPhone
Zuerst richtest du die Familienfreigabe ein, das ist die Grundlage für alles Weitere.
- Familienfreigabe öffnenÖffne die Einstellungen, tippe ganz oben auf deinen Namen und dann auf „Familienfreigabe". Die Menüs können je nach iOS-Version leicht anders heißen, der Weg über deinen Namen stimmt immer.
- Dein Kind hinzufügenTippe auf das Plus-Zeichen und wähle „Kinderaccount erstellen". Hat dein Kind schon ein Apple-Konto, kannst du es stattdessen in die Familiengruppe einladen.
- Konto fürs Kind anlegenGib Name und echtes Geburtsdatum an und folge den Schritten, mit deiner Zustimmung als Elternteil am Ende. Das echte Geburtsdatum ist wichtig, denn daran hängen die altersgerechten Voreinstellungen.
- Bildschirmzeit fürs Kind aktivierenIn den Einstellungen unter „Bildschirmzeit" taucht jetzt der Name deines Kindes auf. Dort schaltest du die Verwaltung ein und legst einen Bildschirmzeit-Code fest. Merke dir den Code gut und wähle einen, den dein Kind nicht errät.
Teil 2: Einrichtung auf dem iPhone deines Kindes
Jetzt kommt das Kinder-Gerät dran. Bei einem neuen iPhone geht es am einfachsten direkt bei der ersten Einrichtung, bei einem gebrauchten meldest du das Konto in den Einstellungen an.
- Mit dem Kinderkonto anmeldenMelde auf dem iPhone deines Kindes das eben erstellte Apple-Konto an. Das Gerät erkennt automatisch, dass es zu einem Kind aus deiner Familiengruppe gehört.
- Einstellungen übernehmenBeim ersten Start schlägt Apple altersgerechte Voreinstellungen vor. Übernimm sie ruhig, verfeinern kannst du später jederzeit von deinem iPhone aus.
- Kurz testenLass dein Kind zur Probe eine App aus dem App Store anfragen und bestätige sie auf deinem iPhone. Wenn die Anfrage bei dir ankommt, ist alles richtig verbunden.
Die drei wichtigsten Einstellungen danach
Direkt nach der Einrichtung würde ich diese drei Dinge festlegen, alles bequem von deinem iPhone aus unter Einstellungen und „Bildschirmzeit”:
- Auszeit, passend zu euren Schlafens- und Hausaufgabenzeiten.
- Kaufanfragen aktivieren, damit kein Download und kein Kauf ohne dich durchgeht.
- Inhaltsbeschränkungen mit Altersfreigaben und Web-Filter, passend zum Alter deines Kindes.
Richtet die Bildschirmzeit zusammen ein und erklärt die Regeln, statt sie heimlich zu setzen. Und schaut nach zwei, drei Wochen gemeinsam in die Wochenauswertung: Sie zeigt euch beiden schwarz auf weiß, wohin die Zeit wirklich fließt. Das ist oft der beste Gesprächsanlass.
Der Bildschirmzeit-Code ist der Schlüssel zu allem. Nimm keinen Code, den dein Kind kennt oder erraten kann, also weder die Geräte-PIN noch einen Geburtstag. Wird das Limit ständig „wie von Zauberhand" umgangen, ist meist der Code durchgesickert.
Was die Bildschirmzeit nicht kann
Auch hier ein ehrlicher Hinweis: Die Bildschirmzeit regelt das Gerät, nicht das Internet. In sozialen Netzwerken und Messengern gelten die Schutzeinstellungen der jeweiligen App, und kein Filter fängt alles ab. Wie du mit deinem Kind über Risiken im Netz sprichst, von Klassenchats bis zu Kontaktversuchen durch Fremde, findest du im Überblicks-Artikel Kinder sicher im Netz: 5 Schritte gegen Cyber-Risiken.
Häufige Fragen
Kostet die Bildschirmzeit etwas?
Nein. Bildschirmzeit und Familienfreigabe sind fester Bestandteil von iOS, du brauchst keine Zusatz-App und kein Abo.
Ich habe ein Android-Handy und mein Kind ein iPhone. Geht das?
Das ist die unbequeme Kombination: Die Familienfreigabe lässt sich nur von einem Apple-Gerät aus verwalten. Ohne eigenes iPhone, iPad oder einen Mac in der Familie kannst du die Regeln direkt auf dem Kinder-iPhone einstellen und mit dem Bildschirmzeit-Code schützen, nur eben nicht aus der Ferne.
Mein Kind hat ein Android-Handy. Was nehme ich da?
Dann ist Google Family Link das richtige Werkzeug. Die komplette Anleitung dafür findest du hier im Blog.
Kann mein Kind die Bildschirmzeit umgehen?
Mit einem guten Bildschirmzeit-Code ist das schwer. Die bekannten Tricks laufen fast alle über einen erratenen Code oder über Lücken in den Ausnahmen-Listen. Wenn Limits regelmäßig nicht greifen, prüfe zuerst den Code und die „Immer erlauben"-Liste, und nimm es als Anlass für ein Gespräch über die Regeln.
Gilt die Bildschirmzeit auch fürs iPad?
Ja. Die Einstellungen gelten für alle Apple-Geräte, auf denen dein Kind mit seinem Konto angemeldet ist, also auch iPad und Mac. Ein Limit, überall gültig.
Mein Fazit
Apple liefert mit Bildschirmzeit und Familienfreigabe alles mit, was Eltern am Anfang brauchen: Ruhezeiten, App-Budgets, altersgerechte Filter und Kaufkontrolle, alles von deinem eigenen iPhone aus steuerbar. Ein Abend für die Einrichtung, danach läuft es im Hintergrund. Und wie beim Android-Pendant gilt: Die Technik setzt die Leitplanken, das Gespräch mit deinem Kind bleibt der wichtigste Teil.
Apples eingebaute Kindersicherung, in einem Abend eingerichtet
- Bildschirmzeit plus Familienfreigabe ist die kostenlose Kindersicherung fürs iPhone
- Erst die Familienfreigabe auf deinem iPhone einrichten, dann das Kinder-Gerät anmelden
- Danach die drei Basics: Auszeit, Kaufanfragen, Inhaltsbeschränkungen
- Bildschirmzeit-Code klug wählen, er ist der Schlüssel zu allem
- Ein Limit gilt auf allen Apple-Geräten des Kindes, auch iPad und Mac
Alle Details direkt von Apple findest du im offiziellen Hilfe-Artikel zur Kindersicherung. Für Android-Handys gibt es das Gegenstück in meinem Artikel zu Google Family Link.
Soll ich das bei euch einrichten?
Wenn ihr die Einrichtung lieber gemeinsam mit mir macht oder das Familien-Setup größer ist als ein einzelnes iPhone, helfe ich gern:
- Mac & iPhone Hilfe: Familienfreigabe, Bildschirmzeit und die Geräte deiner Familie sauber aufsetzen, vor Ort oder per Fernzugriff.
- Tracking-Schutz für Familien: Werbung und Tracker für alle Geräte im Heimnetz filtern, direkt am Router, ohne App auf jedem Gerät.
- Apple-Geräte und Gadgets einrichten: Das neue iPhone oder iPad deines Kindes von Anfang an richtig aufsetzen.
Wie sicher euer Setup insgesamt ist, zeigt dir der IT-Check in ein paar Minuten.
Schreib mir kurz, ich höre zu.
Wenn dich das Thema betrifft oder du eine konkrete Frage hast, melde dich. Ich höre zu, frage nach, und überlege gemeinsam mit dir was wirklich Sinn macht.
Kontakt aufnehmen →